____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Dornröschen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Dornröschen ist ein MĂ€rchen (ATU 410). Es steht in den Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm ab der 1. Auflage von 1812 an Stelle 50 (KHM 50) und geht durch mĂŒndliche Weitergabe ĂŒber Marie Hassenpflug auf Charles Perraults La belle au bois dormant (âDie schlafende Schöne im Waldâ) zurĂŒck. Bei Perrault erschien es 1697 in Contes de ma MĂšre lâOye und vorher 1696. Ludwig Bechstein ĂŒbernahm das MĂ€rchen in sein Deutsches MĂ€rchenbuch als Das Dornröschen (1845 Nr. 63, 1853 Nr. 52).
Contents
âą Inhalt bei Grimm
âą Interpretation
âą Musik
âą Theater
âą Oper
âą Ballett
âą Musical
âą Bildende Kunst
âą Literatur
⹠PrimÀrliteratur
âą Interpretationen
âą Parodien
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Inhalt bei Perrault
Ein Königspaar bekommt endlich ein Kind. Zur Taufe sollen sieben Feen der Tochter Gaben wie Schönheit und dergleichen verleihen. Da kommt eine alte, vergessene Fee dazu, beleidigt, weil kein Goldbesteck ĂŒbrig ist, verflucht sie das Kind, am Stich einer Spindel zu sterben. Doch eine der jungen Feen hat ihren Wunsch aufgespart und mildert den Tod zu hundertjĂ€hrigem Schlaf, aus dem ein Prinz sie erwecken wird. Der König verbannt alle Spindeln. Nach 15 oder 16 Jahren findet das Kind einen Schlossturm, wo eine freundliche Alte spinnt, greift nach der Spindel und sinkt zu Boden. Man legt sie aufs Bett. Damit sie beim Erwachen nicht allein ist, lĂ€sst die Fee alle im Schloss auch schlafen und BĂ€ume dicht umher wachsen, dass niemand sie stört. Nach 100 Jahren jagt dort ein Prinz und wundert sich ĂŒber die TĂŒrme im Wald. Die meisten meinen, da hause ein Menschenfresser, nur ein alter Bauer weiĂ von der schlafenden Schönheit. Die BĂ€ume, Brombeeren und DornbĂŒsche machen dem Prinzen Platz, er findet alle schlafend, schlieĂlich die Prinzessin. Sie erwacht und spricht lange mit ihm, es gibt ein Festmahl mit Trauung. Die Mutter des Prinzen schöpft Verdacht, doch er hĂ€lt die Ehe geheim. Nach zwei Jahren stirbt sein Vater, da holt der Prinz (nun neuer König) seine Frau und zwei Kinder namens Mörgenröte und Tageslicht heim. Als er im Krieg ist, will seine Mutter nacheinander die beiden Kinder und seine Frau schlachten lassen, um sie zu essen, doch der Haushofmeister nimmt stattdessen ein LĂ€mmchen, ein Zicklein und eine Hirschkuh. Eines Abends verrĂ€t der Bub sich durch lautes Weinen. Die Böse erkennt den Betrug, bereitet die Hinrichtung vor. Der König kommt dazu, sie richtet sich selbst. Perrault moralisiert: Kein MĂ€dchen warte heute so brav auf die Ehe.
Inhalt bei Grimm
Ein Königspaar wĂŒnscht sich lange ein Kind. Endlich weissagt ein Frosch (bis 2. Auflage: ein Krebs) im Bad der Königin die Geburt. Zum Fest holt man auch zwölf Feen, das MĂ€dchen zu segnen, eine dreizehnte ĂŒbergeht man, fĂŒr sie ist kein Goldteller mehr da. Die platzt dann herein und verflucht es zum Tod durch Stich einer Spindel im fĂŒnfzehnten Jahr. Doch hat eine Fee ihren Segen noch nicht gesprochen und mildert den Tod zu hundertjĂ€hrigem Schlaf. Der König lĂ€sst alle Spindeln verbrennen. Mit fĂŒnfzehn Jahren, die Eltern sind aus, findet das MĂ€dchen in einem Schlossturm eine alte Frau beim Spinnen, greift nach der Spindel, sticht sich und fĂ€llt schlafend hin. Alle Menschen und alles im Schloss schlĂ€ft auch, dichte Dornen wachsen ringsum. Man hört von der Prinzessin als dem Dornröschen, doch Prinzen, die es suchen, sterben jĂ€mmerlich in den Dornen. Als hundert Jahre um sind, hört wieder ein Prinz davon, die Dornen sind Blumen und lassen ihn ein. Dornröschen erwacht von seinem Kuss, alles erwacht und feiert die Hochzeit.
Literarische Bearbeitung
Jacob Grimms handschriftliche Urfassung von 1810 beruht offenbar auf Marie Hassenpflugs Kindheitserinnerung an Perraults MĂ€rchen, das sie sehr weitgehend schrumpfen lieĂ. Bei Perrault verheimlicht der Prinz die Liebschaft vor seiner Mutter, die dann seine Kinder und Frau zu fressen versucht, als er im Krieg ist. Dieser brutale zweite Teil fehlt hier. Schon das HĂ€ngenbleiben der Freier ist nur kurz erwĂ€hnt.cite-ref-1[1] Die Pointe, dass eine Fee ihren Wunsch noch ĂŒbrig hat, wurde zur Druckfassung 1812 wieder ergĂ€nzt, im Ăbrigen die kurze Handlungsskizze nun in Wilhelm Grimms Sinne ausgestaltet. Hans-Jörg Uther bemerkt die leitmotivhafte Wiederholung von Dornröschens Schönheit.cite-ref-2[2]
Die Handlung Ă€nderte sich zwischen den verschiedenen Druckauflagen kaum. Die zur 2. Auflage eingefĂŒgte Redensart âdaĂ der König vor Freuden sich nicht zu lassen wuĂteâ stand zuerst in Grimms Der gestiefelte Kater, Der junge Riese, Ă€hnlich in Schnabels Insel Felsenburg.cite-ref-3[3] Die Schilderung wird lĂ€nger, gegenstĂ€ndlicher, mit mehr wörtlichen Reden. Offenbar versehentlich fehlt dabei in der AufzĂ€hlung die elfte der âweisen Frauenâ, wie die Feen nun wohl zur Absetzung von französischen FeenmĂ€rchen heiĂen. Die WĂŒnsche nennen auch Reichtum. Dass der Koch den KĂŒchenjungen an den Haaren zieht, wird erklĂ€rt, dieser habe âetwas versehenâ. Im Land geht die âSageâ von Dornröschen, der alte Mann rĂ€t dem Helden ab. Die Blumen werden nun hinter ihm nicht mehr zu Dornen. Die Erwachten sehen sich mit groĂen Augen an, ihre AufzĂ€hlung erhĂ€lt klaren Rhythmus, wie ein AbzĂ€hltext (etwa Das Birnli will nit fallen). Der Krebs im Bad (wie in dâAulnoys Die weiĂe Hindin) ist ab der 3. Auflage ein Frosch. Der SchlĂŒssel ist verrostet, statt nur gelb. Das Königspaar liegt beim Thron. Die 4. Auflage korrigiert das Fehlen der elften Frau, der Auftritt der Dreizehnten ist ausfĂŒhrlicher. Neu ist auch: âUnd der Wind legte sich, und aus den Baum vor dem SchloĂ regte sich kein BlĂ€ttchen mehrâ, zur 5. Auflage âDa giengen sie zusammen herab âŠâ, zur 6. Auflage â⊠ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.â Im Turm steht grade ein Bett. Heinz Rölleke beobachtet, wie der Ausspruch âich fĂŒrchte mich nichtâ zur 6. Auflage im Sinne des Helden Sigurd eingefĂŒgt wurde. Die BrĂŒder Grimm waren eben von Anfang an ĂŒberzeugt, in dem Text die Spur des germanischen Mythos vor sich zu haben, weshalb er auch trotz seiner französischen Herkunft in der Sammlung blieb.cite-ref-4[4] So spricht auch Grimms KHM 193 Der Trommler (âWas ich will, das kann ichâ) oder in KHM 197 Die Kristallkugel (âich scheue keine Gefahrâ). Auch ihre Anmerkungen bemĂŒhen gern BrĂŒnhilds Befreiung (KHM 60, 92, 93).cite-ref-5[5] Geschichte Dorn-Röschens hieĂ zuerst Antoine dâHamiltons FeenmĂ€rchen Lâhistoire dâĂ©pine in Bertuchs deutscher Ăbertragung Blaue Bibliothek aller Nationen, 1790, ist aber ein ganz anderes MĂ€rchen. Walter Scherf mutmaĂt, ein Dornenröschen könnte dort und in anderen Dornröschen-Fassungen als Teil einer magischen Flucht wie in KHM 51 Fundevogel vorkommen. Nach seinem Eindruck wurde der Text wieder Perrault angenĂ€hert, sein höfischer Prunkstil aber verbĂŒrgerlicht.cite-ref-6[6] So wird aus HeilbĂ€dern die hĂ€usliche Badewanne. Die 13 passt nicht nur als UnglĂŒckszahl, in bĂŒrgerlicher Vorstellung hatte eine Aussteuer zwölf Teller. Das Einschlafen und Aufwachen ist fĂŒr Heinz Rölleke eine besondere Meisterleistung Wilhelm Grimms, die auch von der VerkĂŒrzung der Kussszene ablenkt.cite-ref-7[7]
MĂ€rchenforschung
Die Anmerkung der BrĂŒder Grimm vermerkt âAus Hessenâ (von Marie Hassenpflug), sie vergleichen die Schlafende mit Brunhild in der Liederedda âSĂ€mundar 2, 186â, Sigurd weckt sie im Flammenwall, Othin stach sie mit dem Schlafdorn, nennen Giambattista Basiles Pentameron V,5 Sonne, Mond und Talia, Perraults La belle au bois dormant und KHM 53 Schneewittchen. Sie nennen zu Basiles und Perraults Schluss ihr im Anmerkungsband wiedergegebenes Fragment Die böse Schwiegermutter.cite-ref-8[8] Die Anmerkung der 1. Auflage nannte auch KHM 82a Die drei Schwestern, zur Spindel den Knochen in Basiles III,3 Viso.cite-ref-9[9] Vgl. zum Schlaf auch II,8 La schiavottella, KHM 62 Die Bienenkönigin. Das Spinnen â als typisch weibliche Fertigkeit â kommt in vielen MĂ€rchen vor, KHM 9, 14, 24, 49, 55, 65, 67, 79, 128, 156, 181, 179, 188, auch verwunschene Schlösser, KHM 92, 97, 121, 137, 163, 197, 130a. Die verborgene Spinnstube mag auch an eine verbotene Kammer wie in KHM 3, 46, 62a und in Grimms Anmerkung zu Rapunzel denken lassen. Grausame StiefmĂŒtter wie bei Perrault kennen wir etwa aus Grimms Die sechs SchwĂ€ne, Schneewittchen, De drei VĂŒgelkens, Bechsteins Die Knaben mit den goldnen Sternlein.
Als Ă€lteste Belege zu ErzĂ€hltyp ATU 410 gelten die Geschichte von Troylus und Zellandine in Perceforest (um 1330, Buch 3, Kap. 46, 48, 55), der zweite Teil des katalanischen Gedichts Blandin de Cornoualba und das ebenfalls katalanische Gedicht Frayre de Joy e Sor de Plaser. Den Todesschlaf und den in frĂŒheren Fassungen von ATU 410 eine Rolle spielenden Helfervogel kennen im Mittelalter verschiedene ErzĂ€hler, so Marie de France in Eliduc und in Yonec. Auf die SigrdrĂfomĂĄl der Edda wies Grimms Anmerkung schon hin. Zeus versteckt Thalia vor Hera, sie kriegt Zwillinge.cite-ref-10[10] Basiles Sonne, Mond und Talia spielt wohl darauf an und ist die erste MĂ€rchenfassung des Typs. Rudolf Schenda sah in Dornröschen âeines der sprechendsten Beispiele fĂŒr die Ăberlieferungskette Basile â Perrault â Grimm.âcite-ref-11[11] Vgl. spĂ€ter Motive in Johann Wilhelm Wolfs Das weiĂe Hemd, das schwere Schwert und der goldene Ring, Deutsche HausmĂ€rchen, Ulrich Jahns Duurnânroesken, VolksmĂ€rchen aus Pommern und RĂŒgen, Nr. 41.
Interpretation
Grimms Bezug zur nordischen Mythologie wurde oft aufgegriffen. Etwa Joachim Fernau sah Dornröschen als entschĂ€rfte und der sittlichen Moral der Zeit angepasste Fassung der Nibelungensage.cite-ref-12[12] Psychoanalytiker deuteten nach Sigmund Freud den langen Schlaf als eskapistische Phantasie der PubertĂ€t oder nach C. G. Jung die 13. Fee als GroĂe Mutter, unterdrĂŒckte SexualitĂ€t und Weiblichkeit.cite-ref-13[13] Nach Max LĂŒthi ist das Schloss Paradies und GefĂ€ngnis, die erst tödliche, dann blĂŒhende Hecke drĂŒcke die PolaritĂ€t von Tod und Auferstehung aus â was Hans-Jörg Uther relativiert, Dornröschen sei eher im Wachkoma, die Zeit steht still, anders in Legenden wie KHM 202 Die zwölf Apostel.cite-ref-14[14] Heinz Rölleke weist heute nach grĂŒndlicher philologischer Vorarbeit darauf hin, wie die junge Marie Hassenpflug offenbar bewusst oder unbewusst wiedergab, womit sie sich identifizieren konnte: Die â15-jĂ€hrige Prinzessin muss lange in ihrem im doppelten Sinn ohnmĂ€chtigen Schlaf taten- und entscheidungslos warten, bis ihr ein MĂ€rchenprinz sozusagen in den SchoĂ fĂ€llt.â Auf Jugendbildnissen verkörpere sie geradezu die zarte Schönheit des schlafenden MĂ€dchens, OhnmachtsanfĂ€lle waren ihr sehr vertraut, und als Tochter eines gesellschaftlich hochstehenden Vaters habe sie eigentlich nichts zu tun gehabt, als auf ihren BrĂ€utigam zu warten.cite-ref-15[15] Dorothee Ostmeier vermeint im selbstĂ€ndigen sich Auf- und Zutun der Hecke bei Dornröschen, auch zu Beginn der Vorrede der BrĂŒder Grimm zu ihren MĂ€rchen, Jacob Grimms naturgesetzliches RechtsverstĂ€ndnis zu erkennen, in dessen Aufsatz Von der Poesie im Recht vom Schicksalsspruch mittels Zweigen und Ăsten die Rede ist.cite-ref-16[16]
Nach Hedwig von Beit ist der Frosch oder Krebs die GroĂe Mutter, die ihr Kind nur ungern in die bewusste Welt entlieĂ, und identisch mit den durch rituelles Opfermahl gĂŒnstig zu stimmenden Feen, wobei das Bewusstsein das Wesentliche, Schicksalhafte vergaĂ. Negativem Mutterbild folgt vĂ€terlicher Bann weiblicher Bestimmung, das MĂ€dchen âversteigt sichâ daraufhin in unbewusste Phantasien. AnnĂ€herung an unbewusste Inhalte bewirkt Absinken des Wachbewusstseins. DornenstrĂ€ucher, die im Volksglauben Hexen abwehren, sind hier mandalaartiger Schutz in stiller Reifungszeit.cite-ref-17[17]
Laut Bruno Bettelheim ist das zentrale Thema aller Fassungen von Dornröschen, dass Eltern das sexuelle Erwachen ihrer Kinder nicht verhindern können â die hinausgeschobene ErfĂŒllung ist nicht weniger schön. Was so passiv scheint, ist nicht wirklich der Tod. Mit 15 Jahren setzte frĂŒher durchschnittlich die Fruchtbarkeit des MĂ€dchens ein, 13 sind die Mondmonate des Jahres, der Rhythmus der Menstruation. Eine Wendeltreppe bedeute ein TrĂ€umen sexueller Erlebnisse, die kleine Kammer die Vagina, der SchlĂŒssel den Geschlechtsverkehr (âWas ist das fĂŒr ein Ding âŠâ), worauf sie in Schlaf sinkt. In der Bibel sei die Menstruation âder Fluchâ, von Frau zu Frau weitergegeben. Der dornbewehrte Todesschlaf sei eine Warnung vor verfrĂŒhter Sexualisierung, aber auch narzisstischer Isolation. Erst innere Harmonie sei Harmonie auch mit anderen, schenke Leben, und alle erwachen.cite-ref-18[18] Bettelheim interpretiert den Dornröschenschlaf als typisches Adoleszenz-PhĂ€nomen bei MĂ€dchen und Jungen:
âBei gröĂeren VerĂ€nderungen im Leben wie bei der Adoleszenz sind fĂŒr ein erfolgreiches Wachstum sowohl aktive wie geruhsame Perioden nötig. Zu einem Sich-nach-innen-Kehren, das nach auĂen wie PassivitĂ€t (oder Verschlafenheit) wirkt, kommt es dann, wenn sich in dem Betreffenden innere Prozesse von solcher Wichtigkeit abspielen, dass er keine Energie mehr fĂŒr nach auĂen gerichtete AktivitĂ€ten aufbringt. (âŠ) Der glĂŒckliche Ausgang gewĂ€hrleistet dem Kind, dass es nicht dauernd im scheinbaren Nichtstun verhaftet bleiben wird.â
â
Bettelheim
:
Kinder brauchen MĂ€rchen, S. 262
Eugen Drewermann erkennt in der ersten Version, in der statt einem Frosch ein Krebs im Bad erscheint (Grimms verĂ€nderten es, da Krebs ein unbekannteres MĂ€rchentier war), eine Triebausrichtung, das VorwĂ€rtsgehen, und indem sie auch rĂŒckwĂ€rts geht, eine larvierte Regression (gleich dem Krebsgang) bei dem König und der Königin. Der König zeigt dies Verhalten, indem er nur zwölf goldene Teller hat statt derer dreizehn. âWer andere nur einlĂ€dt, um vor ihnen mit seinem Goldbesteck zu glĂ€nzen, erweckt nicht Zuneigung, der etabliert ein System von BegĂŒnstigung und Missgunst.âcite-ref-19[19] Er sieht in dem Schlaf im Schloss â âdie Pferde im Stall, die Hunde im Hof (âŠ) ja, das Feuer, auf dem Herde flackerteâ â das Versiegen der VitalitĂ€t und WĂ€rme der Prinzessin, aber auch die Eltern legen sich zur Ruhe (anders als bei Perrault) ĂŒber die erste sexuelle Erfahrung der Prinzessin. Triebregungen werden âeingeschlĂ€fertâ und somit auch die Ăngste der Eltern, wenn das Es sich nicht mehr regt, kann sich das Ăber-Ich hinlegen. Aber eine Neurose kann die Folge sein.cite-ref-20[20] Nach Steff Bornstein symbolisiere die Dornenhecke einen Rachewunsch fĂŒr die Defloration: âDornröschen ist aufgeteilt in die eine, die in der Turmzelle schlĂ€ft (âŠ) und in die andere, durch die Dornenhecke symbolisiert, die ihre sadistische Rache auslebtâ. Auch sieht Drewermann in der Dornenhecke die Schambehaarung der Frau sowie die Phantasie der vagina dentata.cite-ref-21[21] Rein passiv, wie ohne eigenes Zutun, ohne von seiner Wirkung (âŠ) des eigenen Liebreizes (ahnend), zieht die junge Frau, zu welcher Dornröschen geworden ist, MĂ€nner an, die es stets zugleich abwehrt. Drewermann vergleicht dies mit dem MĂ€rchen Die kleine Seejungfrau: Die Seeleute erfasst âAngst und Grauen, aber sie saĂ ruhig auf ihrem schwimmenden Eisberg und sah, wie der blanke Blitzstrahl im Zickzack in die schwimmende See einschlugâ. Der Dornröschenprinz darf keines der Tiere, wie Pferde, Tauben, Fliegen, vorher wecken, erst muss er Dornröschen finden und es kĂŒssen. Wenn er das getan hat, erwacht als erstes der Königsstaat samt Königin und König (das Ăber-Ich), erst dann das Ich und das Es (Inneres wie Pferde, Tauben, Fliegen, Koch).cite-ref-22[22]
Der Psychiater Wolfdietrich Siegmund meint: âNicht wenn der Mensch es will, sondern wie in Dornröschen, wenn die rechte Zeit gekommen ist, löst sich die Verklemmung, bricht der Bann oder wird die Verzauberung hinweg genommen.âcite-ref-23[23] Friedel Lenz nimmt den Frosch als Bild der Metamorphose von seelischer zu sinnlicher Welt wahr, die Geborgenheit in der Zwölfheit des Tierkreises weicht einem Dreizehnten, Luzifer oder eben nordisch Loki, der das Ich im Turm spinnen, im OberstĂŒbchen denken lĂ€sst in dornigem Egoismus. Erlösung und Gnade kommt im christlichen Zeichen der Rose.cite-ref-24[24] Laut Wilhelm Salber geht es bei Dornröschen um ein spielerisches Herausfordern geheimnisvoller MĂ€chte. Um der Verlockung willen experimentiert man mit Unerhörtem, das man dann in einem Zwischenzustand halten will. Er vergleicht damit die Lebensgeschichte eines jungen MĂ€dchens, das neugierig auch anrĂŒchigen Anregungen nachgeht. Zwar entwickeln sich blĂŒhende Geschichten, doch bleibt sie vor der Verwirklichung stets im Drumherum stehen und erfĂ€hrt immer Ă€hnliche Verletzungen.cite-ref-25[25] Homöopathen verglichen das MĂ€rchen mit den Arzneimitteln Silicea,cite-ref-26[26] Aranea diadema, Ignatia amara, Lac caninum.cite-ref-27[27] Nach RĂŒdiger Dahlkes âPolaritĂ€tsgesetzâ entsteht Böses durch Ausschluss aus dem Bewusstsein, im Patriarchat die 13 als Zahl des weiblichen Mondjahres, bis zur Aussöhnung mit dem weiblichen Pol unter den Dornen des Unbewussten.cite-ref-28[28] Bei Psychotherapeut Gerhard Szonn schildert das MĂ€rchen die Erlangung weiblicher IdentitĂ€t und Reife.cite-ref-29[29] Jobst Finke erwĂ€hnt das MĂ€rchenmotiv des Todesschlafs als mögliche Metapher fĂŒr die Einengungen in schwerer Depression.cite-ref-30[30]
Marie-Louise von Franz Interpretiert das MÀrchen als Darstellung der kollektiven VernachlÀssigung des weiblichen Seelenprinzips in Kultur vor allem in der christlichen Religion. Sie interpretiert es auch auf der persönlichen Ebene, als die Darstellung von durch den negativen Mutterkomplex hervorgerufene Neurosen in einer Frau.cite-ref-31[31]
Rezeptionen und Parodien
MĂ€rchenforscher kamen zum Schluss, dass trotz Grimms MĂ€rchen der ErzĂ€hltyp ATU 410 nie wirklich Teil mĂŒndlicher VolksĂŒberlieferung wurde. Varianten im romanischen Sprachraum Ă€hneln Basiles oder Perraults, drei flĂ€mische teils auch Grimms Fassung. Andere fanden sich etwa in Griechenland und im Orient. J. C. Mardrus nahm eine Ă€gyptische in seine Ausgabe von Tausendundeine Nacht auf.cite-ref-32[32] Vgl. auch Die Geschichte der messingnen Stadt in einer Fassung von Tausendundeine Nacht.cite-ref-33[33] Marie-Catherine dâAulnoys MĂ€rchen La biche au bois (Die weiĂe Hindin) könnte von Perrault beeinflusst sein.cite-ref-34[34] Ludwig Bechstein hĂ€lt sich mit Das Dornröschen eng an Grimms Fassung, die er auch angibt. Er malt etwas aus, etwa dass mit Abschaffung der Spindeln die SpinnrĂ€der eingefĂŒhrt worden sein sollen.cite-ref-35[35]
Viele Parodien drehen die angehaltene Zeit mit modernen BezĂŒgen ins Groteske. Erich KĂ€stner Gedicht Die scheintote Prinzessin von 1932 zielt auf eine rĂŒckwĂ€rtsgewandte deutsche Ăffentlichkeit, die nicht wirklich erwachen will.cite-ref-36[36] Michael Eisig zeigt das rudimentĂ€r-verflachte MĂ€rchenverstĂ€ndnis eines Managers, der sich mal beim Beeren pflĂŒcken in den Finger sticht.cite-ref-37[37] Erich Ădipus lĂ€sst alle segensvoll einschlafen und wieder aufwachen.cite-ref-38[38] Erno Scheidegg parodiert die Nachkriegszeit als Ende eines 12-jĂ€hrigen Dornröschenschlafes.cite-ref-39[39] Anne Sexton schrieb das MĂ€rchen als Gedicht in Transformations, 1971.cite-ref-40[40] GĂŒnter Kunert stellt sich vor, wie der Prinz hinter Dornenlabyrinthen statt zeitloser Utopie ein gealtertes Dornröschen trifft.cite-ref-41[41] Auch Franz FĂŒhmann sinniert ĂŒber zu frĂŒh und zu spĂ€t gekommene Prinzen.cite-ref-42[42] Josef Redings Gedicht MĂ€dchen, pfeif auf den Prinzen mahnt zur Emanzipation (â...es bringt dich auch kein Königssohn / vom Kochtopf auf den Herrscherthron...â).cite-ref-43[43] Bei Irmela Brender stritten Koch und KĂŒchenjunge grade ĂŒbers Zwiebelschneiden, und versöhnen sich nach dem Aufwachen.cite-ref-44[44] Martin Walser sieht ein MĂ€rchen von UnterdrĂŒckten fĂŒr UnterdrĂŒckte: Wie beim Lotto gewinnt nicht Gemeinschaft, sondern einer in hundert Jahren, und alle laufen in die Dornenhecke.cite-ref-45[45] Wolfram Siebecks Prinz schneidet sich den Weg mit der MotorsĂ€ge frei, wovon alle aufwachen. Er trĂ€gt Armbanduhr und Sonnenbrille, Dornröschen verblasst neben Illustriertenstars, und die Ehe wird bald geschieden.cite-ref-46[46] Ruth Schweizers Auferweckung von 1980 resigniert ĂŒber heimliches WĂŒnschen.cite-ref-47[47] GĂŒnter Grass kehrt, Ă€hnlich wie KĂ€stner, den Erlösungskuss zum Unheilsbringer (â...die freigelassen zum FĂŒrchten wĂ€ren.â).cite-ref-48[48] Imre Töröks Aliens in Dornrösia (1994) verschlafen gern Ăonen in Erwartung neuester Moden, bis alle pennen, weil der MĂ€rchenprinz keinen Bock hat.cite-ref-49[49] Robert Coovers Prinz hat zuletzt keine Lust und hĂŒpft zurĂŒck in die Hecke.cite-ref-50[50] Emma Donoghues Tale of the Needle erzĂ€hlt, wie das Kind, ohne sein Zutun verwöhnt, endlich die Alte im Turm findet.cite-ref-51[51] Christian Peitz veröffentlichte 2009 eine neue Version des MĂ€rchens, im selben Buch findet sich mit Rosdörnchen auch seine Parodie des Stoffes. Karen Duves geduldiger Prinz wartet 100 Jahre, alle versöhnen sich, die Fee verjĂŒngt ihn.cite-ref-52[52] Dornröschen kommt in Kaori Yukis Manga Ludwig Revolution vor, ein Manhwa Die Legenden vom TraumhĂ€ndler erschien 2004 von Lee Jeong-a, ein Manga 2012 von Misaho Kujiradou.cite-ref-53[53]
Dornröschen war ein schönes Kind ist ein Roman von Ross Macdonald, 1973. Irmtraud Morgners Roman Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz von 1974 variiert in der Spielfrau Beatriz de Diaz das Schlaf-Motiv. A. N. Roquelaure, besser bekannt als Anne Rice, schrieb eine Trilogie namens Dornröschen (im Original: Sleeping Beauty), in der das Dornröschen-MĂ€rchen mit sadomasochistischen Elementen fortgesetzt wird.cite-ref-54[54] Der Fluch der achten Fee von David Henry Wilson (1991) beginnt mit der Erweckung der Prinzessin (hier âSaphiraâ) und behandelt einerseits die Folgen, als der Kronprinz eines mehr oder weniger ârealistischâ beschriebenen Reiches eine angeblich in einem nicht dokumentierten Schloss im Wald gefundene âverwunschene Prinzessinâ heiraten will, andererseits wird der auf ihr ruhende Fluch in einer neuen Variante ausgearbeitet. In Da fielen auf einmal die Sterne vom Himmel behandelt Ludwig Harig 2002 ausfĂŒhrlich Dornröschen, wobei er besonders den Prinzen berĂŒcksichtigt, der den Kairos (glĂŒcklichen Moment) beim Schopf zu packen weiĂ. In Krystyna Kuhns Krimi Dornröschengift erfror das Opfer nach K.-o.-Tropfen.cite-ref-55[55] In Alethea Kontisâ Enchanted wird die Geschichte so erzĂ€hlt, dass das MĂ€dchen lieber 100 Jahre schlafen wollte, als zu spinnen, und so das Spinnrad verfluchte.cite-ref-56[56] Nina MacKay schrieb Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum, 2020. In Christian Handels Roman Feenfluch erlöst ein MĂ€dchen die Prinzessin, das Schloss und schlieĂlich den Prinzen.cite-ref-57[57]
Short Stories malen sich aus, wie die 100 Jahre der Prinzessin vergehen, der Prinz am Ende nicht bei ihr bleiben kann. Tanith Lees wandernder Prinz findet das Tal und erlöst das Schloss, aber passt nicht dazu und geht.cite-ref-58[58] Bei Patricia Wrede kam der Prinz zu frĂŒh, starb und kehrt wieder.cite-ref-59[59] Ann Downers Short Story spielt auf das MĂ€rchen an, das MĂ€dchen wird sozial isoliert und malt betĂ€ubte Insekten, ein Kuss löst die Schlafkrankheit.cite-ref-60[60] In Nancy Kressâ Summer Wind verbringt die Prinzessin die Zeit damit, die Schlafenden abzustauben, betrinkt sich, nĂ€ht Kleider, und wird alt.cite-ref-61[61] Farida S. T. Shapiro schrieb ein Gedicht This Century of Sleep or, Briar Rose Beneath the Sea.cite-ref-62[62] In Joyce Carol Oatesâ The Crossing trĂ€umt das Unfallopfer im Koma.cite-ref-63[63] In Kathe Kojas Waking the Prince liegt der schöne Prinz im Glassarg, nichts hilft.cite-ref-64[64] Bei Karen Joy Fowler weckt der Kuss aus wildem Traum.cite-ref-65[65] Michael Blumlein grĂ€bt seine Traumfrau im Garten aus und am Ende wieder ein.cite-ref-66[66] In Delia Shermans Gedicht will die Fee das Kind von unglĂŒcklicher Heirat beschĂŒtzen.cite-ref-67[67] Bei Anne Bishop soll der Prinzessin im Turmzimmer ihr wildes Herz genommen werden.cite-ref-68[68] Pat York erzĂ€hlt, wie man die Prinzen in der Hecke versorgt, bis einer es schafft.cite-ref-69[69] Tanith Lees Awake stellt sich vor, wie Dornröschen hundert Jahre nachts mit den Feen reist.cite-ref-70[70]
Dornröschen ist eines der bekanntesten MĂ€rchen und namensgebend fĂŒr Zuchtrosen, GaststĂ€tten, StraĂen, eine DornröschenbrĂŒcke in Hannover. Die Sababurg heisst auch Dornröschenschloss. Dörrenbach hat einen Dornröschen-Rundwanderweg. âDornröschenschlafâ meint allgemein einen lĂ€ngeren Zustand des Verborgenseins. Das Dornröschen-Syndrom geht mit hohem SchlafbedĂŒrfnis einher. âSleeping Beautyâ ist auf Englisch ein spĂ€t zur Geltung kommender medizinischer Fachartikel,cite-ref-71[71] sowie ein Transposon zur Gentherapie.cite-ref-72[72]
Geschichtliche Herkunft
Das MĂ€rchen hat einen Ursprung im 16. Jahrhundert. Im DreiĂigjĂ€hrigen Krieg (1618â1648) wurde die Sababurg 1628 von katholischen Truppen durch Feldmarschall Tilly (1559â1632) besetzt und stark beschĂ€digt. Danach âverfiel die Schlossanlage in jenen wildromantisch verwachsenen Zustand, in dem der Volksmund nach Verbreitung der Kinder und HausmĂ€rchenâ (ab 1812 veröffentlicht) âder BrĂŒder Grimm den Ort sah, an dem sich die Geschichte vom Dornröschen zugetragen haben mussteâ.cite-ref-sababurg-73-0[73] Seit dieser Zeit ist die Burg auch international als Dornröschenschloss bekannt. Wie im MĂ€rchen beschrieben, soll die Burg von 1571 bis 1591 eine 5 km lange und 3 m hohe Dornenhecke umgeben haben. Sie diente dazu, die eigene Tierhaltung vor Wildtieren zu schĂŒtzen.
Musik
Dornröschen war ein schönes Kind ist ein Kinder-Spiellied von Margarethe Löffler aus den 1890er-Jahren. Im Jahre 1995 veröffentlichte die Band dornRöSCHEN ein gleichnamiges DebĂŒt-Album. Michelle sang Dornröschen ist aufgewacht. Die Dresdner Band tauReif veröffentlichte auf ihrem Album Zwei Welten (2001) das Lied Dornröschen. Der Komponist und Autor Roland Zoss vertonte Dornröschen 2005 in Schweizer Mundart in der MĂ€rchenserie LiedermĂ€rli. Von Brice Pauset ist Das Dornröschen fĂŒr Streichquartett, zwei Chorgruppen und Orchester (2012). Fauns Lied Thalia bezieht sich auf Perraults MĂ€rchen.
Theater
Der Schauspieler Robert BĂŒrkner schuf 1920 eine Theaterfassung des MĂ€rchens, die sich weitgehend an der Originalvorlage orientiert. Robert Walser schrieb ein MĂ€rchendramolett Dornröschen (1920), welches 1978 (zum 100. Geburtstag des Dichters) von Gerhard Lampersberg vertont wurde.cite-ref-74[74] Gert Richter schrieb ein MĂ€rchenspiel, 1981. Thomas Rau verfasste einen komödiantischen Monolog: Was macht eigentlich Dornröschen?cite-ref-75[75] UrauffĂŒhrung: Monsun-Theater Hamburg, 2012.
Oper
⹠Dornröschen von Engelbert Humperdinck, Libretto: Elisabeth B. Ebeling-FilhÚs
⹠Dornröschens Brautfahrt, von Viktor Nessler; romantische Zauberoper, Libretto: ?; UA: 1867 in Leipzig
âą Dornröschen â La bella addormentata nel bosco von Ottorino Respighi; MusikmĂ€rchen in drei Akten von Gian Bistolfi nach Charles Perrault; UA: 1922
Ballett
⹠Zu der Geschichte um Prinzessin Aurora in der Version von Charles Perrault komponierte Pjotr Iljitsch Tschaikowski eine Ballettmusik: siehe Dornröschen (Ballett).
âą Weitere Bearbeitung des Stoffes fĂŒr Ballett stammen von Jean-Pierre Aumers nach der Musik von Ferdinand HĂ©rold, die 1829 in Paris uraufgefĂŒhrt wurde, und von Maurice Ravel in Ma MĂšre l'Oye, dessen Ballettversion 1910 ebenfalls in Paris seine Premiere feierte.
Musical
âą Der Komponist Frank Steuerwald und der Autor Eberhard Streul schrieben das Musical Dornröschen fĂŒr die MusikbĂŒhne Mannheim e. V. Das StĂŒck wurde 1997 im Rosengarten in Mannheim uraufgefĂŒhrt.
âą Der Komponist Alexander S. Bermange und der Autor Wolfgang Adenberg vertonten den Stoff fĂŒr die BrĂŒder Grimm Festspiele Hanau. Die UrauffĂŒhrung fand am 22. Mai 2009 statt. Das StĂŒck war als Dornröschen â Das Musical vom 17. bis 31. August 2019 im Deutschen Theater MĂŒnchen zu sehen.cite-ref-76[76]
Bildende Kunst
Das MĂ€rchen wurde fĂŒr zahllose MĂ€rchenbĂŒcher des 19. und 20. Jahrhunderts illustriert. Zur historischen Allegorie wurde es in den Wandbildern des Kaisersaals in Goslar von Hermann Wislicenus (um 1880). Der mehrteilige Dornröschenzyklus steht dort fĂŒr den langen âSchlafâ und die Wiedererweckung des deutschen Reichs. Der MĂ€rchenbrunnen in Wuppertal zeigt Dornröschen mit dem Prinzen. Auch der MĂ€rchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain zeigt Dornröschen.
Film und Fernsehen
Es gibt zahlreiche Verfilmungen von Dornröschen, darunter MÀrchenfilme, Zeichentrickfilme, teilweise aber auch Parodien:
âą 1902: La Belle au Bois-Dormant, Stummfilm â Regie: Lucien Nonguet und Ferdinand Zecca.
âą 1908: La Belle au bois dormant, Stummfilm â Regie: Lucien Nonguet und Albert Capellani.
âą 1917: Dornröschen, deutscher Stummfilm â Regie: Paul Leni
âą 1936: Dornröschen, deutscher Spielfilm â Regie: Alf Zengerling
âą 1939: The Sleeping Princess, Zeichentrickfilm â Regie: Burt Gillett
âą 1941: Dornröschen (Stop-Motion-Film) â Regie: Ferdinand Diehl
âą 1949: Prinzessin Dornröschen (Prinsessa Ruusunen) â Regie: Edvin Laine
âą 1955: Dornröschen â Regie: Fritz Genschow
âą 1959: Dornröschen (als Prinzessin Aurora im Walt-Disney-Zeichentrickfilm) â Regie: Clyde Geronimi, Les Clark, Eric Larson und Wolfgang Reitherman.cite-ref-79[79]
âą 1967: Dornröschen, DEFA-Trickfilm â Regie: Katja Georgi
âą 1971: Dornröschen, DEFA-Film â Regie: Walter Beck
âą 1977: Wie man Dornröschen wachkĂŒĂt (Jak se budĂ princezny), tschechoslowakischer Spielfilm â Regie: VĂĄclav VorlĂÄek
âą 1980: Dornröschen â Regie: Dieter Bellmann
âą 1987: Dornröschen â Regie: David Irving
âą 1987: Gurimu Meisaku GekijĆ (japanische Zeichentrickserie) â Folge 18: Dornröschen
âą 1990: Dornröschen â Regie: Stanislav PĂĄrnickĂœ
âą 1999: SimsalaGrimm (deutsche Zeichentrickserie) â Staffel 2, Folge 9: Dornröschen
âą 2007: Die ProSieben MĂ€rchenstunde â Dornröschen â Ab durch die Hecke
âą 2008: Dornröschen, Deutschland, MĂ€rchenfilm aus der ZDF-Reihe MĂ€rchenperlen â Regie: Arend Agthe
âą 2009: Dornröschen, Deutschland, MĂ€rchenfilm aus der 2. Staffel der ARD-Reihe Acht auf einen Streich, Deutschland â Regie: Oliver Dieckmann
âą 2010: Die schlafende Schöne, Frankreich â Regie: Catherine Breillat
âą 2014: Maleficent â Die dunkle Fee, USA â Regie: Robert Stromberg
âą 2014: Der 7bte Zwerg, Deutschland, mit Otto Waalkes â Regie: Boris Aljinovic, Harald Siepermann
âą 2024: Dornröschen und der Fluch der siebten Fee, Deutschland â Regie: Ngo The Chau
Siehe auch den Spielfilm Der Tiger und der Schnee (2005), den Krimi Dornröschens Rache (2007), den Fernsehfilm Praxis mit Meerblick â Dornröschen (2023), die Filmkomödie Chantal im MĂ€rchenland (2024). Zwei Folgen der SesamstraĂe parodieren Dornröschen. Auch in dem Medien-Franchise Ever After High (2013) kommt es vor.
Diverse Schauspielerinnen gaben der Dornröschenrolle im Laufe der Jahre filmische Gestalt: Mabel Kaul (1917); Dorothy Douglas (1929); Ilse Petri (1936); Tuula Usva (1949); Angela von Leitner (1955); Juliane Korén (1971); Marie Horåkovå (1977); Marie Gruber (1980); Tahnee Welch (1987); Dana Dinkovå (1990); Josefine Preuà (2007); Anna Hausburg (2008); Lotte Flack (2009); Carla Besnaïnou/Julia Artamonov (2010) und Elle Fanning (2014).
Literatur
PrimÀrliteratur
âą Doris Distelmaier-Haas (Hrsg.): Charles Perrault. SĂ€mtliche MĂ€rchen. Reclam, Ditzingen 2012, ISBN 978-3-15-008355-0, S. 136 (Ăbersetzung von Doris Distelmaier-Haas nach Charles Perrault: Contes de ma mĂšre lâOye. Texte Ă©tabli, annotĂ© et prĂ©cĂ©dĂ© dâun avant-propos par AndrĂ© CĆuroy. Ăditions de Cluny, Paris 1948).
âą BrĂŒder Grimm: Kinder- und HausmĂ€rchen. VollstĂ€ndige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer KĂŒnstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. 19. Auflage. Artemis & Winkler, DĂŒsseldorf und Patmos, ZĂŒrich 1999, ISBN 3-538-06943-3, S. 281â284.
âą Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. MĂ€rchenbuch. Nach der Ausgabe von 1857, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 246â250, 389.
Literaturwissenschaft
âą Heinz Rölleke, Albert SchindehĂŒtte: Es war einmal âŠ. Die wahren MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm und wer sie ihnen erzĂ€hlte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 250â254, 263â266.
âą Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13â19.
âą Walter Scherf: Das MĂ€rchenlexikon. Band 1. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, ISBN 978-3-406-51995-6, S. 172â177.
âą Heinz Rölleke (Hrsg.): Die Ă€lteste MĂ€rchensammlung der BrĂŒder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Herausgegeben und erlĂ€utert von Heinz Rölleke. Cologny-Geneve 1975 (Fondation Martin Bodmer, Printed in Switzerland), S. 106â111, 359.
Interpretationen
âą Hedwig von Beit: Symbolik des MĂ€rchens. Francke, Bern 1952, S. 695â701.
âą Bruno Bettelheim: Kinder brauchen MĂ€rchen. 31. Auflage 2012. dtv, MĂŒnchen 1980, ISBN 978-3-423-35028-0, S. 261â274.
âą Friedel Lenz: Bildsprache der MĂ€rchen. 8. Auflage. Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus, Stuttgart 1997, ISBN 3-87838-148-4, S. 19â26.
Parodien
âą Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X.
âą Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8.
Weblinks
Commons
: Dornröschen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Dornröschen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wikisource: Dornröschen
â Quellen und Volltexte
âą Literatur von und ĂŒber Dornröschen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⹠Reprint der Erstveröffentlichung von 1812.
⹠Perraults La Belle au bois dormant. clpav.fr (französisch)
âą Text nach Grimm und Bechstein mit Bildern, Oper und Lied. Goethezeitportal
âą AaTh 410 Die schlafende Schöne. MĂ€rchenlexikon.de â Max LĂŒthi: zu Dornröschen. MĂ€rchenlexikon.de
⹠MÀrchenatlas.de zu Dornröschen.
⹠Interpretation von Daniela Tax zu Dornröschen.
⹠Interpretation von Undine & Jens zu Dornröschen. maerchen.pushpak.de
âą Interpretation. maerchenbrause.de
âą Sleeping Beauty. SurLaLuneFairytales (englisch)
⹠Heinrich Tischner zu Dornröschen. heinrich-tischner.de (Internet Archive)
⹠Severin Perrig und Beat Mazenauer zu Dornröschen (Internet Archive)
âą Illustrationen
⹠Dornröschen, gelesen von Hans Hafen (10:26) (LibriVox)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Heinz Rölleke (Hrsg.): Die Ă€lteste MĂ€rchensammlung der BrĂŒder Grimm. Synopse der handschriftlichen Urfassung von 1810 und der Erstdrucke von 1812. Herausgegeben und erlĂ€utert von Heinz Rölleke. Cologny-Geneve 1975 (Fondation Martin Bodmer, Printed in Switzerland), S. 106â111, 359.
cite-note-22. â Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 118.
cite-note-33. â Lothar Bluhm und Heinz Rölleke: âRedensarten des Volks, auf die ich immer horcheâ. MĂ€rchen â Sprichwort â Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und HausmĂ€rchen durch die BrĂŒder Grimm. Neue Ausgabe. S. Hirzel Verlag, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 83.
cite-note-44. â Heinz Rölleke, Albert SchindehĂŒtte: Es war einmal âŠ. Die wahren MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm und wer sie ihnen erzĂ€hlte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 263â266.
cite-note-55. â Grimms Anmerkung zu KHM 60 Die zwei BrĂŒder, KHM 92 Der König vom goldenen Berg, KHM 93 Die Rabe (Wikisource).
cite-note-66. â Walter Scherf: Das MĂ€rchenlexikon. Band 1. C. H. Beck, MĂŒnchen 1995, ISBN 978-3-406-51995-6, S. 172â177.
cite-note-77. â Heinz Rölleke, Albert SchindehĂŒtte: Es war einmal âŠ. Die wahren MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm und wer sie ihnen erzĂ€hlte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 263â266.
cite-note-88. â Grimms Anmerkung zu Dornröschen. (Wikisource)
cite-note-99. â Dornröschen (1812), Anhang (Wikisource)
cite-note-1010. â Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13â19.
cite-note-1111. â Giambattista Basile: Das MĂ€rchen der MĂ€rchen. Das Pentamerone. Herausgegeben von Rudolf Schenda. C.H. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-46764-4, S. 613 (nach dem neapolitanischen Text von 1634/36, vollstĂ€ndig und neu ĂŒbersetzt).
cite-note-1212. â Joachim Fernau: Disteln fĂŒr Hagen. Bestandsaufnahme der deutsche Seele. Ulm 2005, S. 38â39.
cite-note-1313. â Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 17.
cite-note-1414. â Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 119.
cite-note-1515. â Heinz Rölleke, Albert SchindehĂŒtte: Es war einmal âŠ. Die wahren MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm und wer sie ihnen erzĂ€hlte. Eichborn, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-8218-6247-7, S. 254.
cite-note-1616. â Vortrag auf dem Kongress MĂ€rchen, Mythen und Moderne: 200 Jahre Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm, 17.â20. Dezember 2012 in Kassel uni-kassel.de (Memento des Originals vom 17. August 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-kassel.de â Referentenabstracts. (Memento des Originals vom 7. Juli 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-kassel.de (PDF) uni-kassel.de, S. 53
cite-note-1717. â Hedwig von Beit: Symbolik des MĂ€rchens. Francke, Bern 1952, S. 695â701.
cite-note-1818. â Bruno Bettelheim: Kinder brauchen MĂ€rchen. 31. Auflage 2012. dtv, MĂŒnchen 1980, ISBN 978-3-423-35028-0, S. 261â274.
cite-note-1919. â Eugen Drewermann: Wie uns die Liebe verzaubert. Grimms MĂ€rchen tiefenpsychologisch gedeutet. Patmos Verlag, 2015, S. 6â36
cite-note-2020. â Eugen Drewermann: Wie uns die Liebe verzaubert. Grimms MĂ€rchen tiefenpsychologisch gedeutet. Patmos Verlag, 2015, S. 36 ff.
cite-note-2121. â Eugen Drewermann: Wie uns die Liebe verzaubert Grimms. MĂ€rchen tiefenpsychologisch gedeutet. Patmos Verlag, 2015, S. 61
cite-note-2222. â Eugen Drewermann: Wie uns die Liebe verzaubert. Grimms MĂ€rchen tiefenpsychologisch gedeutet. Patmos Verlag, 2015, S. 90
cite-note-2323. â Frederik Hetmann: Traumgesicht und Zauberspur. MĂ€rchenforschung, MĂ€rchenkunde, MĂ€rchendiskussion. Mit BeitrĂ€gen von Marie-Louise von Franz, Sigrid FrĂŒh und Wolfdietrich Siegmund. Fischer, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-22850-6, S. 124.
cite-note-2424. â Friedel Lenz: Bildsprache der MĂ€rchen. 8. Auflage. Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus, Stuttgart 1997, ISBN 3-87838-148-4, S. 19â26.
cite-note-2525. â Wilhelm Salber: MĂ€rchenanalyse (= Armin Schulte (Hrsg.): Werkausgabe Wilhelm Salber, psychologische Morphologie. Band 12). 2. Auflage. Bouvier, Bonn 1999, ISBN 3-416-02899-6, S. 43â46, 61â64.
cite-note-2626. â H. E. Böttger: Das MĂ€rchen und die Gefahren seiner Interpretation. In: AHZ. 2/1988, S. 54â59.
cite-note-2727. â Martin Bomhardt: Symbolische Materia medica. 3. Auflage. Verlag Homöopathie + Symbol, Berlin 1999, ISBN 3-9804662-3-X, S. 126, 648, 729.
cite-note-2929. â Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 121.
cite-note-3030. â Jobst Finke: TrĂ€ume, MĂ€rchen, Imaginationen. Personzentrierte Psychotherapie und Beratung mit Bildern und Symbolen. Reinhardt, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-497-02371-4, S. 154, 193, 198â199.
cite-note-3131. â Marie-Lousie von Franz: Das Weibliche im MĂ€rchen. 1985. Auflage. Bonz, Stuttgart 1977, ISBN 3-87089-117-3, S. 51.
cite-note-3232. â Harold Neemann: Schlafende Schönheit. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 12. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 13â19.
cite-note-3333. â Johann Christoph BĂŒrgel, Marianne Chenou (Hrsg.): Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-053560-3, S. 289â335.
cite-note-3434. â Doris Distelmaier-Haas (Hrsg.): Charles Perrault. SĂ€mtliche MĂ€rchen. Reclam, Ditzingen 2012, ISBN 978-3-15-008355-0, S. 132, 136 (Ăbersetzung von Doris Distelmaier-Haas nach Charles Perrault: Contes de ma mĂšre lâOye. Texte Ă©tabli, annotĂ© et prĂ©cĂ©dĂ© dâun avant-propos par AndrĂ© CĆuroy. Ăditions de Cluny, Paris 1948).
cite-note-3535. â Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. MĂ€rchenbuch. Nach der Ausgabe von 1857, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 246â250, 389.
cite-note-3636. â Erich KĂ€stner: Die scheintote Prinzessin . In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 87â88 (1932; zuerst erschienen in: Erich KĂ€stner: Gesammelte Schriften fĂŒr Erwachsene. Bd. 6. Droemer Knaur, MĂŒnchen 1969, S. 52â53.).
cite-note-3737. â Michael Eisig: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 170â171 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 34, 24. August 1957, S. 541; Autorenangabe âEisig, Michaelâ bei Mieder mit â?â markiert.).
cite-note-3838. â Erich Ădipus: Das ganz neue Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 172â174 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 15, 11. April 1959, S. 226; Autorenangabe âOdipus, Erichâ bei Mieder mit â?â versehen.).
cite-note-3939. â Erno R. Scheidegg: Dornröschen 1961. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 175â177 (zuerst erschienen in: Simplicissimus. Nr. 19, 6. Mai 1961, S. 290; Autorenangabe âScheidegg, Erno R.â bei Mieder mit â?â versehen.).
cite-note-4040. â Anne Sexton: Briar Rose (Sleeping Beauty). In: Transformations. Mariner, Boston / New York 2001, ISBN 978-0-618-08343-5, S. 107â112.
cite-note-4141. â GĂŒnter Kunert: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 178 (zuerst erschienen in: GĂŒnter Kunert: TagtrĂ€ume in Berlin und andernorts. Carl Hanser, MĂŒnchen und Wien 1972, S. 82.).
cite-note-4242. â Franz FĂŒhmann: (Dornröschen). In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 179 (zuerst erschienen in: Franz FĂŒhmann: Zweiundzwanzig Tage oder Die HĂ€lfte des Lebens. Hinstorff, Rostock 1973, S. 164.).
cite-note-4343. â Josef Reding: MĂ€dchen, pfeif auf den Prinzen . In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 88â89 (1974; zuerst erschienen in: Josef Reding: Gutentagtexte. Engelbert, Balve 1974, S. 39.).
cite-note-4444. â Irmela Brender: Vom KĂŒchenjungen in Dornröschens SchloĂ. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 180â181 (zuerst erschienen in: Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.): Neues vom Rumpelstilzchen und andere Haus-MĂ€rchen von 43 Autoren. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1976, S. 104â106.).
cite-note-4545. â Martin Walser: Auskunft ĂŒber Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 184â186 (zuerst erschienen in: Neue ZĂŒrcher Zeitung. Nr. 302, 24./25. Dezember 1977, S. 37.).
cite-note-4646. â Wolfram Siebeck: Dornröschen. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige MĂ€rchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 182â183 (zuerst erschienen in: Wolfram Siebecks beste Geschichten. Fischer, Frankfurt 1979, S. 220â221.).
cite-note-4747. â Ruth Schweizer: Auferweckung . In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 89 (1980; zuerst erschienen in: Neue ZĂŒrcher Zeitung. Nr. 108, 10./11. Mai 1980, S. 70.).
cite-note-4848. â GĂŒnter Grass. In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 90 (1986; zuerst erschienen in: Volker Neuhaus (Hrsg.): GĂŒnter Grass: Werkausgabe in 10 BĂ€nden. Bd. 7: Die RĂ€ttin. Luchterhand, Darmstadt/Neuwied 1987, S. 368.).
cite-note-4949. â Imre Török: Dornrösia. In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 90â94 (1994; zuerst erschienen in: Imre Török: Akazienskizze. Neue und alte Geschichten. PhantasieflĂŒge. Pop Verlag, Ludwigsburg 2009, S. 32â35.).
cite-note-5050. â Robert Coover: Die schöne Schlafende . In: Johannes Barth (Hrsg.): Texte und Materialien fĂŒr den Unterricht. Grimms MĂ€rchen â modern. Prosa, Gedichte, Karikaturen. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-015065-8, S. 94â95 (1996; zuerst erschienen in: Robert Coover: Dornröschens Geschichten. Deutsch von Gerd Burger. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, S. 53â54.).
cite-note-5151. â Emma Donoghue: The Tale of the Needle. In: Kissing the Witch. Old Tales in New Skins. Harpercollins, New York 1997, ISBN 0-06-027575-8, S. 167â182.
cite-note-5252. â Karen Duve: Grrrimm. Goldmann, MĂŒnchen 2014, ISBN 978-3-442-47967-2, S. 49â76.
cite-note-5353. â Grimms Manga. Sonderband. Tokyopop, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8420-0638-6.
cite-note-5454. â Die letzten beiden BĂ€nde sind in Deutschland indiziert, jedoch in den USA frei erhĂ€ltlich.
cite-note-5555. â Krystyna Kuhn: Dornröschengift. 8. Auflage. Arena. WĂŒrzburg 2011, ISBN 978-3-401-06264-8.
cite-note-5656. â Alethea Kontis: Enchanted. Houghton Mifflin Harcourt, New York 2012, ISBN 978-0-544-02218-8, S. 102â105.
cite-note-5757. â Christian Handel: Feenfluch. Piper, MĂŒnchen 2025, ISBN 978-3-492-70780-0.
cite-note-5858. â Tanith Lee: Thorns. In: Red as Blood. Wildside, 2014, ISBN 978-1-4794-4747-3, S. 36â46 (zuerst in Young Winterâs Tales, 1972).
cite-note-5959. â Patricia C. Wrede: Stronger Than Time. In: Ellen Datlow, Terri Windling (Hrsg.): Black Thorn, White Rose. Prime Books, 1994, ISBN 978-0-8095-5775-2, S. 30â57.
cite-note-6060. â Ann Downer: Somnusâs Fair Maid. In: Ellen Datlow, Terri Windling (Hrsg.): Black Thorn, White Rose. Prime Books, 1994, ISBN 978-0-8095-5775-2, S. 58â85.
cite-note-6161. â Nancy Kress: Summer Wind. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Ruby Slippers, Golden Tears. Harper Collins, New York 1995, ISBN 0-380-77872-6, S. 54â67.
cite-note-6262. â Farida S. T. Shapiro: This Century of Sleep or, Briar Rose Beneath the Sea. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Ruby Slippers, Golden Tears. Harper Collins, New York 1995, ISBN 0-380-77872-6, S. 68â71.
cite-note-6363. â Joyce Carol Oates: The Crossing. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Ruby Slippers, Golden Tears. Harper Collins, New York 1995, ISBN 0-380-77872-6, S. 72â96.
cite-note-6464. â Kathe Koja: Waking the Prince. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Ruby Slippers, Golden Tears. Harper Collins, New York 1995, ISBN 0-380-77872-6, S. 272â284.
cite-note-6565. â Karen Joy Fowler: The Black Fairyâs Curse. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Black Swan, White Raven. Prime, 1998, ISBN 978-0-8095-7254-0, S. 14â19.
cite-note-6666. â Michael Blumlein: Snow in Dirt. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Black Swan, White Raven. Prime, 1998, ISBN 978-0-8095-7254-0, S. 20â55.
cite-note-6767. â Delia Sherman: Carabosse. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Silver Birch, Blood Moon. Avon Books, New York 1999, ISBN 0-380-78622-2, S. 25â27.
cite-note-6868. â Anne Bishop: The Wild Heart. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Silver Birch, Blood Moon. Avon Books, New York 1999, ISBN 0-380-78622-2, S. 203â214.
cite-note-6969. â Pat York: You Wandered Off Like a Foolish Child to Break Your Heart and Mine. In: Ellen Datlow, Terri Windling: Silver Birch, Blood Moon. Avon Books, New York 1999, ISBN 0-380-78622-2, S. 215â230.
cite-note-7070. â Tanith Lee: Awake. In: Ellen Datlow, Terri Windling (Hrsg.): Swan Sister. Fairy Tales Retold. Simon & Schuster, New York 2003, ISBN 0-689-84613-4, S. 134â146.
cite-note-7171. â AFJ van Raan, JJ Winnink: The occurrence of 'Sleeping Beauty' publications in medical research: Their scientific impact and technological relevance. In: PLoS One, 2019, 14(10), S. e0223373; PMID 31626673.
cite-note-7272. â P Kebriaei, Z IzsvĂĄk, SA Narayanavari, H Singh, Z Ivics: Gene Therapy with the Sleeping Beauty Transposon System. In: Trends Genet, 2017, 33(11), S. 852â870; PMID 28964527.
cite-note-sababurg-7373. â Dornröschenschloss Sababurg (Memento vom 17. August 2010 im Internet Archive) sababurg.de
cite-note-7474. â mica (Aktualisierungsdatum: 27. 3. 2020): Lampersberg Gerhard . Dornröschen - Musikdramolett. In: Musikdatenbank von mica â music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/119686 (Abrufdatum: 8. 1. 2025).
cite-note-7575. â Was macht eigentlich Dornröschen? Abgerufen am 10. Juni 2025 (deutsch).
cite-note-7676. â Dornröschen. deutsches-theater.de
cite-note-7777. â Vgl. Zensurentscheidung der Film-OberprĂŒfstelle, in: Filmportal.de (abgerufen: 17.5.2024)
cite-note-7979. â Die Comic-Bilder als Print: Dornröschen. Buch zum Film. Parragon, Bath 2013, ISBN 978-1-4723-4737-4 (deutsch).